Funkbilder aus dem Dünndarm
Im Rahmen des Internisten-Kongresses wurde das Kapselendoskop erstmals in Deutschland vorgestellt. Es sieht aus wie eine größere Penizillinkapsel und wiegt 4g. Diese Kapsel enthält eine miniaturisierte Videokamera.

Sie sendet über Funk aus dem Dünndarm kontinuierlich Bilder, die von einem außen am Körper befestigten Rekorder aufgenommen werden. Angesichts der hohen Bildfrequenz von zwei Bildern pro Sekunde entsteht eine Videoaufzeichnung aus dem Dünndarm.

Nach ersten Erfahrungen lässt sich mit diesem Verfahren die diagnostische Ausbeute bei Dünndarmerkrankungen wesentlich verbessern.
Die Kapselendoskopie ist keinesfalls eine Alternative für die herkömmliche Gastroskopie bzw. Koloskopie. Bei der Beurteilung des Magens und Dickdarms inklusive terminalem Ileum ist die flexible Endoskopie weiterhin unverzichtbar, zumal sie auch zusätzliche diagnostische und therapeutische Eingriffe ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist der Patientenkomfort. Die Untersuchung ist angenehm, kann ambulant durchgeführt werden und der Patient kann dabei seinen alltäglichen Beschäftigungen nachgehen.

Indiziert ist die Untersuchung bei Patienten mit unklaren Darmblutungen, für die weder bei der Gastroskopie noch bei der Koloskopie eine Ursache gefunden wurde.

Aber auch bei Entzündungen des Dünndarms, insbesondere bei Patienten mit einem Morbus Crohn schließt die apselendoskopie die diagnostische Lücke im Dünndarm.


Die Kapsel wird morgens nüchtern mit etwas Flüssigkeit geschluckt. Für die folgenden drei Stunden darf keine Nahrung aufgenommen werden. Die Kapsel verweilt durchschnittlich ca. 80 Minuten im Magen und benötigt für die Dünndarmpassage im Mittel 90 Minuten, sodass der Zökalpol nach ca. drei Stunden erreicht wird. Insgesamt dauert es sechs bis zehn Stunden, bis die Kapsel über den Stuhl wieder ausgeschieden wird. Während der Untersuchung werden über 70000 Einzelbilder gespeichert.

  

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